Es gibt viele Meditationen, die wunderbar geeignet sind, um zu entspannen, achtsamer zu werden oder einen Zustand innerer Ruhe zu erreichen.
Sitting in the Power verfolgt ein anderes Ziel.
Diese Übung gehört für viele Medien zu den grundlegenden Praktiken in der Entwicklung der eigenen Medialität.
Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell außergewöhnliche Erfahrungen zu machen, einen bestimmten Kontakt herzustellen oder ständig neue Wahrnehmungen zu bekommen.
Sitting in the Power beginnt viel grundlegender:
Bei Dir selbst.
Die Übung hilft Dir, Deine eigene Wahrnehmung bewusster kennenzulernen, innere Ruhe zu entwickeln und eine tiefere Verbindung zu Dir selbst und – aus spiritueller Sicht – zur geistigen Welt aufzubauen.
Denn bevor Du lernen kannst, feinste Wahrnehmungen zu unterscheiden, ist es wichtig zu wissen:
Wer bin ich eigentlich selbst?
Was bedeutet Sitting in the Power?
Der Begriff „Sitting in the Power“ stammt aus der medialen Entwicklung im britischen Spiritualismus.
Wörtlich übersetzt bedeutet es ungefähr:
In der eigenen Kraft sitzen.
Gemeint ist eine meditative Praxis, bei der Du bewusst in die Stille gehst und Deine Aufmerksamkeit nach innen richtest.
Anders als bei einer klassischen Entspannungsmeditation geht es nicht ausschließlich darum, den Alltag loszulassen.
Du bleibst wach und aufmerksam.
Du lernst, Deinen Geist ruhiger werden zu lassen, Deine eigene Energie und Wahrnehmung bewusster zu erfahren und Dich für eine Verbindung zur geistigen Welt zu öffnen.
Dabei ist ein wichtiger Punkt:
Du versuchst nicht, etwas zu erzwingen.
Du wartest nicht darauf, dass unbedingt etwas passiert.
Du übst einfach, präsent zu sein.
Sitting in the Power beginnt mit Stille und Fokussierung
Viele Menschen glauben, Meditation bedeutet, keine Gedanken mehr zu haben.
Das ist allerdings ein Missverständnis.
Es ist vollkommen normal, dass Gedanken auftauchen.
Gerade am Anfang passiert häufig genau das:
Du schließt die Augen und plötzlich fällt Dir ein:
Habe ich den Herd ausgeschaltet?
Was muss ich morgen erledigen?
Warum juckt meine Nase jetzt genau in diesem Moment?
Das bedeutet nicht, dass Du nicht meditieren kannst.
Es bedeutet nur, dass Dein Verstand funktioniert. 😉
Die Übung besteht darin, Gedanken wahrzunehmen, ohne ihnen automatisch zu folgen.
Du bemerkst:
Da ist ein Gedanke.
Und dann kehrst Du wieder zu Deinem Fokus zurück – zum Beispiel zu Deinem Atem.
Mit der Zeit entsteht eine besondere Form von Stille:
Du bist weiterhin aufmerksam und bekommst Deine Umgebung mit, aber kein einzelner Gedanke steht mehr im Mittelpunkt.
Diese innere Ruhe ist eine wichtige Grundlage für mediale Wahrnehmung.
Medialität entwickeln bedeutet auch, Dich selbst kennenzulernen
Die Entwicklung der eigenen Medialität beginnt nicht damit, möglichst viele Eindrücke aus der geistigen Welt bekommen zu wollen.
Sie beginnt mit einer ehrlichen Begegnung mit Dir selbst.
Was sind Deine Gedanken?
Welche Gefühle begleiten Dich?
Welche Erfahrungen haben Dich geprägt?
Welche Erwartungen oder Ängste beeinflussen Deine Wahrnehmung?
Ein Medium bringt immer auch sich selbst mit in die mediale Arbeit ein.
Die eigene Persönlichkeit, die eigenen Erfahrungen und die eigene Lebensgeschichte können beeinflussen, wie Wahrnehmungen eingeordnet werden.
Deshalb ist Selbstreflexion ein wichtiger Bestandteil medialer Entwicklung.
Es geht nicht darum, perfekt zu sein.
Es geht darum, sich selbst immer besser kennenzulernen.
Denn je klarer Du Deine eigene Innenwelt kennst, desto leichter kannst Du unterscheiden:
Was gehört zu mir?
Was ist eine eigene Emotion?
Was ist ein eigener Gedanke?
Und was fühlt sich anders an?
Die Verbindung zur eigenen Seele
In der medialen Entwicklung wird häufig davon gesprochen, die Verbindung zur eigenen Seele zu vertiefen.
Für mich bedeutet das vor allem:
Eine ehrliche Beziehung zu sich selbst aufzubauen.
Die eigene Stärke wahrzunehmen.
Die eigenen Schwächen anzuerkennen.
Die eigenen Gefühle zu verstehen.
Während Sitting in the Power können Erinnerungen, Gefühle oder persönliche Themen auftauchen.
Das ist kein Fehler.
Im Gegenteil.
Es kann ein wichtiger Teil des Entwicklungsprozesses sein.
Denn manchmal begegnen wir in der Stille genau den Themen, die im Alltag wenig Raum bekommen.
Wir lernen uns selbst besser kennen.
Und diese Erkenntnis kann wiederum die eigene mediale Entwicklung unterstützen.
Sitting in the Power und die geistige Welt
Ein häufiger Fehler am Anfang ist die Erwartung:
„Heute möchte ich unbedingt meinen Guide wahrnehmen.“
Oder:
„Heute muss etwas passieren.“
Genau diese Erwartung kann jedoch die Wahrnehmung beeinflussen.
Sitting in the Power bedeutet nicht, einen bestimmten Kontakt zu erzwingen.
Es geht zunächst darum, eine Verbindung zur geistigen Welt – so wie man sie persönlich erlebt – entstehen zu lassen.
Manchmal entstehen dabei besondere Erfahrungen.
Vielleicht wird eine Präsenz wahrgenommen.
Vielleicht entsteht ein Gefühl von Verbundenheit.
Vielleicht kommen Bilder, Gedanken oder Gefühle.
Und manchmal geschieht scheinbar gar nichts.
Auch das gehört dazu.
Mediale Entwicklung braucht Geduld.
Eine Beziehung braucht Zeit
Eine vertrauensvolle Verbindung zur geistigen Welt entsteht nicht über Nacht.
Wie jede Beziehung braucht auch diese Zeit, Erfahrung und Vertrauen.
Ein Medium lernt nicht nur, die eigene Wahrnehmung zu öffnen.
Es lernt auch, mit dieser Wahrnehmung verantwortungsvoll umzugehen.
Dabei ist es wichtig, nicht jeder Empfindung sofort eine Bedeutung zu geben.
Wahrnehmen.
Beobachten.
Reflektieren.
Unterscheiden lernen.
Genau darin liegt ein großer Teil der Entwicklung.
Warum persönliche Entwicklung für Medien so wichtig ist
Mediale Arbeit bedeutet Begegnung.
Mit Menschen.
Mit ihren Geschichten.
Mit ihren Emotionen.
Mit ihren Fragen.
Deshalb ist es wichtig, innerlich stabil zu sein.
Wenn ein Medium eigene ungelöste Themen nicht kennt, können diese die Wahrnehmung beeinflussen.
Das bedeutet nicht, dass ein Medium vollkommen frei von persönlichen Themen sein muss.
Das wäre unrealistisch.
Aber es bedeutet:
Ein Medium sollte bereit sein, sich selbst ehrlich anzuschauen.
Die eigenen Reaktionen zu erkennen.
Und Verantwortung für die eigene Wahrnehmung zu übernehmen.
Sitting in the Power als tägliche Praxis
Wie bei jeder Fähigkeit entsteht Entwicklung durch regelmäßige Übung.
Sitting in the Power ist keine Technik, die man einmal ausprobiert und anschließend beherrscht.
Es ist eine Praxis.
Eine Beziehung.
Ein Weg.
Zu Beginn können wenige Minuten vollkommen ausreichend sein.
Wichtiger als eine möglichst lange Meditation ist die Regelmäßigkeit.
Eine ruhige, bewusste Praxis von zehn Minuten täglich kann wertvoller sein als eine Stunde, in der die Gedanken ständig abschweifen.
Mit der Zeit kann die Dauer erweitert werden.
Aber der wichtigste Punkt bleibt:
Dranbleiben.
Tipps für die Praxis
Ein ruhiger Körper unterstützt einen ruhigen Geist
Suche Dir einen Platz, an dem Du möglichst ungestört bist.
Dein Körper sollte entspannt sein, aber nicht so bequem, dass Du sofort einschläfst.
Eine aufrechte, entspannte Haltung unterstützt die Konzentration.
Weniger äußere Reize
Für Sitting in the Power empfehle ich, möglichst wenig Ablenkung zu nutzen.
Viele Menschen verwenden gerne Musik oder geführte Meditationen.
Für diese spezielle Übung kann Stille jedoch hilfreich sein, weil Du dadurch Deine eigene Wahrnehmung besser kennenlernen kannst.
Keine Erwartungen
Der wichtigste Tipp:
Lass die Erwartung los, dass etwas Bestimmtes passieren muss.
Nicht jede Meditation fühlt sich außergewöhnlich an.
Nicht jede Sitzung bringt eine besondere Erfahrung.
Aber jede bewusste Begegnung mit Dir selbst kann ein Teil Deiner Entwicklung sein.
Sitting in the Power – ein Fundament für Deine mediale Entwicklung
Für mich ist Sitting in the Power eine der wertvollsten Grundlagen auf dem Weg der medialen Entwicklung.
Nicht, weil dadurch automatisch bestimmte Fähigkeiten entstehen.
Sondern weil diese Praxis hilft, bewusster wahrzunehmen.
Sich selbst besser kennenzulernen.
Die eigene innere Stimme klarer zu verstehen.
Und eine persönliche Verbindung zur geistigen Welt aufzubauen.
Mediale Entwicklung bedeutet nicht nur, etwas wahrzunehmen.
Sie bedeutet auch, mit dieser Wahrnehmung verantwortungsvoll umzugehen.
Und genau hier beginnt die eigentliche Entwicklung:
Bei Dir selbst.



